Heizen

Nacht­speicher­heizung: Lohnt sich das noch?

Nachtspeicherheizungen heizen dein Zuhause mit Strom – manche sogar mit smartem Energiemanagement. Aber sind Nachtspeicher nicht out? Wir klären´s.

Nachts Wärme speichern, tagsüber abgeben – so funktioniert eine Nachtspeicherheizung. Allerdings braucht sie dafür einiges an Strom. Und der ist längst nicht mehr so günstig! Entdeck mit uns, welche Vor- und Nachteile diese Heiztechnologie aus Nachtstrom, Wärmespeicherung und smarter Temperaturregelung hat. Und warum viele Haushalte heute besser mit Wärmepumpe heizen.

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Zwei Hunde in eine herzförmige Decke gewickelt

Wie funktioniert eine Nacht­speicher­heizung?

Vielleicht überrascht es dich: Eine Nachtspeicherheizung funktioniert tatsächlich mit Steinen! Sie nutzt günstigen Nachtstrom, um Wärme zu speichern und tagsüber abzugeben. Die schweren Steine im Kern der Heizung werden nachts auf 600 °C und mehr aufgeheizt und geben die Wärme tagsüber per Strahlung oder Lüfter wieder ab. Ein Ladezyklus fürs Aufheizen: Etwa 8 Stunden. Die gespeicherte Wärme kann – gesteuert nach der Raumtemperatur – bis zu 16 Stunden lang abgegeben werden. Wie effizient die Heizung arbeitet, hängt von der Außentemperatur und der gespeicherten Energiemenge ab.

Deine Alternative zur Nacht­speicher­heizung.

Du überlegst, deine Nachtspeicherheizung loszuwerden? Gut, denn es gibt auf jeden Fall Alternativen! Welche für dich passt, hängt ganz von deinem Haus und deinen Bedürfnissen ab. Good to know: Der Wechsel zu einer zentralen Heizungsanlage, wie einer Wärmepumpe oder Fernwärme, klingt super, kann aber ziemlich aufwendig sein. Warum? Nachtspeicherheizungen arbeiten ohne zentrale Wärmeverteilung. Das bedeutet: Für viele Alternativen müssen Rohrleitungen und Heizflächen nachträglich eingebaut werden.

Wärmepumpe. Sparsam mit Wärme aus der Umwelt.

Diese smarten Heizungen nutzen Wärme aus der Umwelt – ob aus der Luft, dem Wasser oder der Erde – und brauchen dabei nur etwa 25 % Strom für die gesamte Heizleistung. Klingt nach Magie? Fast! Klar, die Anschaffungskosten sind erstmal höher, aber auf Dauer sparst du durch die deutlich geringeren Betriebskosten ordentlich Geld. Dazu kommt: Wärmepumpen sind super effizient und verursachen im Betrieb deutlich wneiger CO₂-Emissionen. Das Beste? Es gibt staatliche Zuschüsse, die den Umstieg auf die Wärmepumpe noch attraktiver machen.

Infrarotheizung. Weiter dezentral heizen.

Wenn du weiterhin auf ein dezentrales Heizsystem setzen möchtest, könnte eine Infrarotheizung für dich infrage kommen. Diese sogenannten Stromdirektheizungen punkten mit günstigen Anschaffungskosten und einer angenehmen Wärmestrahlung, die nicht nur die Luft, sondern auch Möbel, Böden und Wände direkt erwärmt – quasi wie Sonnenstrahlen im Wohnzimmer! Aber Achtung: Im Betrieb sind sie ziemlich teuer, deshalb eignen sie sich eher für den punktuellen Einsatz oder für kurze Zeiträume. Langfristig? Leider keine wirklich gute Alternative zur Nachtspeicherheizung, wenn du zukunftsorientiert und effizient heizen möchtest.

Luft-Luft-Wärmepumpe. Heizen und Kühlen in einem.

Die Luft-Luft-Wärmepumpe, oder Split-Klimaanlage, nutzt Umweltwärme aus der Luft und liefert mit weniger Strom mehr Wärme. Anders als bei Luft-Wasser-Wärmepumpen kommt hier kein Heizwasserkreislauf zum Einsatz. Stattdessen wird die gewonnene Wärme direkt über die Luft in die Räume verteilt. Die Luft-Luft-Wärmepumpe kann sowohl heizen als auch kühlen. Ein 1:1-Austausch mit Nachtspeicherheizungen ist aber nicht möglich und der Einsatz nur dann sinnvoll, wenn dein Haus gut isoliert ist und bereits über eine zentrale Lüftungsanlage verfügt. Der nachträgliche Einbau kann aufwendig und teuer werden.

Moderne Nachtspeicher. Ein Upgrade gefällig?

Moderne Nachtspeicher heißen auch Speicherheizung oder Flächenspeicherheizung. Sie werden per App, Thermostat oder sogar Sprachassistenten wie Alexa oder Google Home gesteuert und haben praktische Funktionen wie Wochenprogramme und Anpassung an Wetterdaten. Moderne Speicherheizungen können den Wärmebedarf des nächsten Tages automatisch abschätzen und nur so viel Energie speichern, wie tatsächlich benötigt wird. Die hohen Heizkosten und die CO₂-Emissionen sind dennoch ein Nachteil. Kosten kannst du sparen, wenn du Solarstrom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage nutzt.

Moderne Mehrfamilienhäuser mit einer Wärmepumpe an der Hauswand

Die Nacht­speicher­heizung richtig einstellen.

Falls du mit einer Nachtspeicherheizung heizt, kannst du einiges tun, um deine Kosten zu reduzieren und Energie zu sparen. Dein Schlüssel: Die richtige Bedienung! Zuerst solltest du den Laderegler checken: Der Laderegler bestimmt, wie viel Wärme über Nacht gespeichert wird. Was bei modernen Geräten automatisch je nach Außentemperatur passiert, kannst du bei älteren Nachtspeichern manuell einstellen. An kalten Tagen Ladeleistung hochdrehen, an wärmeren Tagen runterregeln.

Der Raumthermostat ist ebenfalls wichtig, da er die Lüfter steuert, die die warme Luft aus dem Speicher pusten. Stell dazu einfach die gewünschte Raumtemperatur ein und die Lüfter schalten sich automatisch ein oder aus. Außerdem solltest du die statische Wärme nutzen, denn Nachtspeicherheizungen geben auch ohne Lüfter Wärme ab. Lass die Grundwärme also erst einmal wirken, bevor du die Lüfter anwirfst. Bedeutet auch: Die Lüfter solltest du nur dann einschalten, wenn du wirklich schnell mehr Wärme brauchst. Das spart Strom und verhindert, dass der Raum zu heiß wird.

Und vergiss nicht, deine Türen und Fenster geschlossen zu halten, damit die warme Luft nicht entweicht. Denn merke: Nachtspeicherheizungen brauchen immer ein bisschen länger, um sich anzupassen. Und wenn du einen Nachttarif hast, dann nutze unbedingt die günstigeren Nachtstromzeiten zum Aufladen. So kannst du auch deine Nachtspeicherheizung smarter steuern und deine Stromrechnung im Griff behalten.

Mann sitzt mit Handschuhen, Mütze, Schal und Füßen auf der Heizung vorm Fenster, neben ihm steht eine Tasse Tee auf dem Tisch.

Installation und Wartung: Was beachten?

Wenn du eine Nachtspeicherheizung in deinem Zuhause installieren oder austauschen lässt, ist es wichtig, dass du bestimmte Punkte beachtest. Du möchtest ja sicher stellen, dass die Heizung ordnungsgemäß funktioniert und deine Stromkosten moderat bleiben. Und so geht's:

Illustration einer Katze, die auf einer Heizung liegt und sich wärmt
  1. Wirtschaftlichkeit.
    Berücksichtige nicht nur die Anschaffungskosten der Nachtspeicherheizung, sondern auch die Betriebskosten im Vergleich zu anderen Heizsystemen. Hol dir unbedingt einen Stromtarif für Nachtstrom, um die Kosten zu senken.

  2. Fachgerechte Installation.
    Lass dir die Nachtspeicherheizung von einem qualifizierten Fachbetrieb installieren. Dies ist wichtig, damit das System allen Bauvorschriften und Sicherheitsstandards entspricht.

  3. Raumgröße und Verteilung.
    Die Dimensionierung der Nachtspeicherheizung sollte zur Raumgröße und zur Isolierung deiner Wohnung passen. Überleg außerdem, wo du die Heizkörper für eine gleichmäßige Wärmeverteilung platzierst.

  4. Wartungsarbeiten.
    Überprüf immer mal wieder den Zustand der Heizkörper und ob sie einwandfrei funktionieren. Sollte etwas nicht stimmen, kannst du sofort handeln und eine Fachfrau oder einen Fachmann hinzuziehen.

Unser Fazit. Nachtstrom hat Alternativen.

Die elektrisch betriebene Nachtspeicherheizung war vor vielen Jahren aufgrund der günstigen Strompreise attraktiv. Heute aber lohnt sie sich wegen der hohen Betriebskosten kaum noch. Wenn du weiterhin eine Nachtspeicherheizung nutzt, solltest du unbedingt einen speziellen Heizstromtarif abschließen. Dieser liefert dir günstigen Nachtstrom im Niedertarif und liegt preislich unter dem normalen Haushaltsstrom.

Mit Ökostrom aus erneuerbaren Energien reduzierst du außerdem den CO₂-Fußabdruck deiner Heizung. Noch günstiger heizt du mit Solarstrom aus der eigenen PV-Anlage. Vorteil eines Nachtspeichers ist die einfache Installation und Wartung. In bestimmten Fällen, besonders bei gut isolierten Gebäuden, bleibt er also eine mögliche Option. Dennoch raten wir zu einer Wärmepumpenheizung, die weitaus effizienter heizt.

Falls du bei deiner Nachtspeicherheizung bleiben WILLST oder wegen fehlendem Heiz- oder Lüftungssystem bleiben MUSST, kannst du auf eine moderne Variante umsteigen. Dein Vorteil: Diese Speicherheizungen bieten nicht nur smarte Steuerung per App oder Sprachassistent, sondern arbeiten auch effizienter als die alten Speicheröfen. Mehr Heizpower, weniger Stromkosten – so wollen wir das!

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