Solar

Sonnenstrom: Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

Eigenen Strom erzeugen, Stromkosten senken und CO₂-Emissionen im Alltag reduzieren? Mit Mini-Solaranlagen für Balkon oder Terrasse geht das supereinfach. Wir zeigen dir wie!

Du hast wenig Platz zu Hause und möchtest deine eigene Energie erzeugen? Mit einer Mini-Solaranlage kein Problem, denn die kannst du ganz einfach auf deinem Balkon, der Terrasse oder dem Garagendach installieren. Und das Praktische: Du kannst das sogar ganz easy selbst machen. Alle Infos zu Varianten, Vorgaben und wie viel du wirklich mit einer Balkon PV-Anlage sparen kannst, gibt´s hier!

| Lesezeit: 0 Minuten

Zwei junge Frauen installieren ein Solarmodul auf dem Balkon

Was ist eine Balkon-Solaranlage?

Illustration von drei Sonnenbrillen übereinander.

Mini-Solaranlagen, auch Balkonkraftwerk oder Stecker-Solaranlage genannt, sind kleine Photovoltaikanlagen, die über eine normale Steckdose angeschlossen werden. Dank ihrer kompakten Größe eignen sie sich ideal für den Balkon, die Terrasse oder das Garagendach.

Der Aufbau ist denkbar einfach: Ein bis vier Solarmodule, ein Wechselrichter oder Speicher, ein Anschlusskabel und schon ist dein Balkonkraftwerk startklar. Ans Stromnetz deines Haushaltes angeschlossen, versorgt es Waschmaschine oder Fernseher mit Strom aus Sonnenenergie.

Wichtig dabei: Damit dein Balkonkraftwerk nicht wie eine große Solaranlage registrierungspflichtig wird, darf die Einspeiseleistung maximal 800 Watt erreichen.

So funktioniert eine Balkon-Solaranlage.

Illustration von einem Sonnenstuhl mit einer Strandtasche und die Sonne scheint

Ein Balkonkraftwerk nutzt die gleiche Photovoltaik-Technik wie große Solaranlagen: Die Solarzellen wandeln Sonnenlicht in Strom um. Ein Wechselrichter macht daraus haushaltsüblichen Wechselstrom, den du ganz einfach über die Steckdose direkt nutzen kannst.

Der erzeugte Strom versorgt zunächst laufende Geräte wie Kühlschrank, Router oder Laptop. Da diese Energie nicht mehr aus dem öffentlichen Stromnetz bezogen wird, dreht sich dein Stromzähler langsamer und du kannst deine Stromkosten senken.

Produzieren die Solarmodule mehr Strom, als gerade benötigt wird, wird der Überschuss automatisch ins öffentliche Netz eingespeist, falls du keinen Stromspeicher hast. So geht keine erzeugte Energie verloren.

Eine junge Frau sitzt auf ihrem Balkon in der Sonne und hört Musik über ihre Kopfhörer

Ein Blick auf die Kosten eines Balkonkraftwerks.

Die gute Nachricht zuerst: Balkonkraftwerke sind in den letzten Jahren deutlich günstiger geworden. Dank sinkender Produktionskosten und eines starken Wettbewerbs bekommst du heute bereits für wenige Hundert Euro eine leistungsstarke Mini-Solaranlage für Balkon, Terrasse oder Garten.

Warum sich 4 Module richtig lohnen.

Solarmodule erreichen ihre maximale Leistung nur unter idealen Bedingungen. Mit vier Modulen steht deshalb auch bei Bewölkung, tief stehender Sonne oder Teilverschattung häufig mehr Solarstrom zur Verfügung als mit zwei Modulen.

Der Vorteil: Dein Wechselrichter erreicht die zulässigen 800 Watt deutlich häufiger und über einen längeren Zeitraum am Tag. Dadurch steigt der jährliche Stromertrag und du kannst einen größeren Teil deines Strombedarfs selbst decken.

Balkonkraftwerk an einem Balkongeländer

Unser Tipp: Förderung für Stecker-Solaranlagen.

Illustration Mann mit Idee symbolisiert durch Glühbirne

In einigen Bundesländern und Städten gibt es weiterhin attraktive Förderungen für Balkonkraftwerke.

So erhalten Mieterinnen und Mieter in Mecklenburg-Vorpommern derzeit bis zu 500 € Förderung. In Sachsen gibt es aktuell noch einen pauschalen Zuschuss von 300 € pro Anlage. Und auch Hamburg unterstützt Haushalte, die ein geringes Einkommen haben oder Sozialleistungen beziehen, bei der Anschaffung eines Balkonkraftwerks.

Zusätzlich gibt es in vielen Städten und Gemeinden eigene Förderprogramme. Je nach Wohnort sind Zuschüsse von mehreren Hundert Euro möglich, zum Beispiel in Göttingen, München, Potsdam, Böblingen oder Kassel.

Unser Tipp: Informiere dich vor dem Kauf unbedingt über die Fördermöglichkeiten in deiner Stadt oder Gemeinde. Je nach Wohnort lassen sich die Anschaffungskosten eines Balkonkraftwerks deutlich reduzieren.

Das Rechtliche: Diese Regelungen gibt es.

Die gute Nachricht direkt vorweg: Die rechtlichen Regelungen für ein Balkonkraftwerk sind gar nicht kompliziert. Dafür sorgt das Solarpaket I, das im Mai 2024 in Kraft getreten ist. Es lockert den gesetzlichen Rahmen für das Installieren und den Betrieb einer Mini-Solaranlage und soll dir die Entscheidung für eine Stecker-Solaranlage erleichtern. Folgende rechtliche und technische Regelungen solltest du kennen.

  1. Auf 800 Watt begrenzt.
    Mit dem Solarpaket I gilt eine höhere Wechselrichterleistung von 800 Watt. Das ist die Menge, die du zu Hause in dein Stromnetz einspeisen darfst. Zuvor waren nur 600 Watt erlaubt.

  2. Leistung von 2.000 Watt.
    Die maximal erlaubte Leistung der Solarmodule wurde auf 2.000 Watt angehoben. Zwar regelt der Wechselrichter die Einspeiseleistung auf 800 Watt herunter, dafür kannst du bei schlechterem Wetter das Maximum aus deinem Balkonstrom herausholen.

  3. Ein einfacher Stecker.
    Noch leichter wird es, weil bei Steckersolargeräten je nach Modulleistung auch die Verwendung handelsüblicher Schukostecker erlaubt ist.

  4. Die Anmeldung im Marktstammdatenregister.
    Eine Anmeldung beim Netzbetreiber fällt weg; die musst du erst bei größeren Anlagen vornehmen. Mini-Solaranlagen kannst du mit wenigen Klicks im
    Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur (MaStR) anmelden und schon fließt dein Strom.

  5. Zähler und Wechselrichter.
    Dein Wechselrichter muss eine CE-Kennzeichnung sowie eine deutsche Bedienungsanleitung und eine Händleradresse in der EU haben. Bis ein digitaler Stromzähler eingebaut wird, sind übergangsweise auch rückwärtsdrehende, analoge Zähler geduldet.

  6. Mehrere Minianlagen.
    Überlegst du, mehrere Balkonkraftwerke zu betreiben? Das ist theoretisch möglich, solange die Anlagen zusammen die Grenzen von 800 Watt Wechselrichterleistung und 2.000 Watt Modulleistung nicht überschreiten. Außerdem sollte geprüft werden, ob dein Stromkreis dafür ausgelegt ist.

  7. Vermieter:in fragen.
    Apropos erlaubt: Damit du in einem Mehrfamilienhaus auf der sicheren Seite bist, check vorher, was deine Nachbarschaft bzw. dein:e Vermieter:in zu deinem Vorhaben sagen. Mit einer Genehmigung fühlt sich dein Strom aus Solarenergie direkt besser an.

Mann und Frau auf Balkon mit Hund und Solarpanel.

Wie versichere ich mein Balkonkraftwerk?

Eine spezielle PV-Versicherung ist nicht notwendig. Das Balkonkraftwerk ist jedoch in anderen Versicherungen mitversichert:

Hausratversicherung.

Für die Absicherung von Balkonkraftwerken reicht die Hausratversicherung aus. Denn: 2023 wurden die Musterbedingungen für Hausratversicherungen erneuert und das Balkonkraftwerk wurde mit aufgenommen. Heißt für dich: Wenn du eine neue Hausratversicherung abschließt, ist dein Balkonkraftwerk in der Regel direkt mitversichert. Wenn dein Vertrag schon länger läuft, frag einfach mal bei deiner Versicherung nach. So bist du auf der sicheren Seite.

Deine Hausratversicherung sichert dein Balkonkraftwerk in folgenden Fällen ab:

  • Sturm, Hagel, Feuer

  • Überspannungsschäden durch Blitzschläge

  • Leitungswasser

  • Einbruch bzw. Diebstahl

Als Mieter:in zahlst du die Kosten für deine Hausratversicherung natürlich selbst. Zusätzlich dazu können auch eine Haftpflichtversicherung und eine Wohngebäudeversicherung sinnvoll sein.

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk für mich?

Illustration eines Mannes mit Sparschwein und Herz

Wir möchten jetzt am liebsten laut „JAAA“ rufen, denn die Vorteile eines Balkonkraftwerks liegen wirklich glasklar auf der Hand:

  • Du produzierst eigenen Ökostrom aus Solarenergie.

  • Es fällt keine Mehrwertsteuer an.

  • Aktuell sind die Modulpreise sehr günstig.

  • Du erzeugst weniger CO₂-Emissionen.

  • Du sparst einen Teil deiner Stromkosten.

  • Dein Kraftwerk setzt du leicht selbst um.

  • Du hast locker 25+ Jahre Garantie.

  • Deine Module sind wartungsarm und pflegeleicht.

So meldest du dein Balkonkraftwerk an.

Gute Nachrichten für dich, denn seit dem 1. April 2024 macht dir die Bundesnetzagentur die Registrierung deines Balkonkraftwerks richtig einfach. Im Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur musst du nur noch wenige Infos angeben: Deine persönlichen Daten und fünf Details zu deinem Balkonkraftwerk. Das war's!

Unter „Registrierung einer Solaranlage“ klickst du dich durch ein paar Schritte und meldest deine steckerfertige Solaranlage an. Und keine Panik – die Anmeldung muss erst vier Wochen nach Inbetriebnahme der Anlage erfolgen. Du hast also genug Zeit.

Und das Beste: Dank des neuen Solarpakets I, das seit Mai 2024 gilt, brauchst du dein Balkonkraftwerk nicht mehr bei deinem Netzbetreiber anzumelden. Die Registrierung im MaStR reicht völlig aus. Die Bundesnetzagentur kümmert sich darum, dass dein Netzbetreiber Bescheid weiß.

Last, but not least: Dein Balkonkraftwerk muss steckerfertig sein, bevor du die Anmeldung abschließt. Also erst alles anschließen, dann anmelden!

Mann der neben einem Solarmodul sitzt und einen Laptop benutzt

Wie sicher ist ein Balkonkraftwerk?

Balkonkraftwerke sind grundsätzlich sehr sicher. Sie basieren auf ausgereifter Technik und sind oft mit professionellen Photovoltaikanlagen identisch. Auch die Verbraucherzentrale schätzt sie als sehr sicher ein. Aber: Es dürfen ausschließlich normgerecht hergestellte und geprüfte Bauteile verwendet werden, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Modulwechselrichter müssen die Norm-Anforderungen erfüllen, die auch für große Photovoltaikanlagen gelten. Das wird meist durch den Hinweis auf die Norm VDE-AR-N 4105 im Datenblatt bestätigt. Was das konkret heißt? Der Netz- und Anlagenschutz (NA-Schutz) muss im Wechselrichter verbaut sein. Dieser NA-Schutz sorgt dafür, dass das Gerät vom Stromkreislauf des Hauses getrennt wird, wenn es zu Spannungsschwankungen kommt.

Damit alles reibungslos läuft, gibt es ein paar Anschlussregeln:

  1. Lass vor der Installation eine Elektrofachkraft prüfen, ob der Stromkreis für die Einspeisung des Solarstroms geeignet ist. Das ist vor allem bei älteren Elektroinstallationen wichtig.

  2. Achte darauf, dass du immer nur ein Steckersolar-Gerät an eine fest installierte Steckdose anschließt. Die Nutzung einer Mehrfachsteckdose mit mehreren Geräten ist gefährlich und verboten.

  3. Pro Stromzähler darfst du maximal 800 Watt AC-Leistung einspeisen. Das gilt pro Wohnung im Mehrfamilienhaus.

  4. Beachte die Herstellerhinweise. Die Montageanleitungen und Gebrauchshinweise der Hersteller müssen befolgt werden, insbesondere zur sicheren Befestigung von Solarmodul und Wechselrichter.

Frau sitzt lachend auf dem Balkon in Yoga-Position, neben einem Balkonkraftwerk

DIY: Die Installation deines Balkonkraftwerks.

Icon von zwei Werkzeugen

Erst aufbauen. Die Installation der Solarmodule.

Wichtig dabei: Richte die Module nach Süden aus, damit sie das meiste Sonnenlicht einfangen und check, dass kein Baum oder Gebäude Schatten auf die Module wirft. Für flache Dächer oder die Terrasse gilt: Dreh die Module leicht nach Südosten, wenn du den Strom vormittags brauchst, oder nach Südwesten, wenn du ihn nachmittags nutzen möchtest. Aber nicht zu extrem, sonst leidet die Leistung.

Für den höchsten jährlichen Stromertrag von Solarmodulen ist eine Ausrichtung direkt nach Süden mit einem Neigungswinkel von 36 Grad optimal.

Du hast dein Balkonkraftwerk am Geländer senkrecht montiert? Das ist super, so hast du schon einen guten Ertrag. Aber wusstest du, dass du noch mehr rausholen kannst? Hol dir ein spezielles Gestell, mit dem du die Module im Winkel von 60 bis 70 Grad anbringst. So holst du alles raus und deine Stromerzeugung wird richtig optimiert. Übrigens: Auch eine Ausrichtung nach Osten oder Westen ist sinnvoll und liefert ausreichend Strom für den Eigenverbrauch.

DIY ja, aber beachte die Herstellerhinweise bitte auch! Halt dich an die Angaben, insbesondere was die Hinweise zur Windstabilität betrifft. Besonders einfach wird es mit einem Komplettset, also Solarmodule mit Halterung und Wechselrichter. Dann passt alles perfekt zusammen.

Eine Frau steht vor einer grünen Wand aus Pflanzen, ihr Kopf wird von den Blätter umrahmt.

Unser Ziel: mehr gute Energie.

Wir reduzieren unsere Emissionen konsequent: mit Strom aus 100 % erneuerbaren Energien, weniger Ressourcenverbrauch im Alltag, Klimaschutzbeitrag zum klimaresilienten Waldumbau mit Pina Earth und B Corp Zertifizierung.

Auch du kannst Energie im Alltag smarter nutzen: Mit eigener Solarenergie, Wärmepumpe oder E-Auto mit Strom aus Erneuerbaren betreiben oder einfach mit mehr Durchblick beim Energieverbrauch mit unserer Yello App.

Abgehakt: Deine Balkonkraftwerk-Checkliste.

Frau lehnt an Soalrmodul

Fazit: Sonnenenergie auf dem Balkon nutzen lohnt sich!

Mini-Solaranlagen für Balkon, Terrasse oder Garagendach sind der praktische Energiekick für (fast) jedes Zuhause. Schnell und einfach zu installieren sind sie die ideale Möglichkeit, um erneuerbare Energie selbst zu erzeugen.

Besonders attraktiv: die aktuell supergünstigen Modul-Preise ganz ohne Mehrwertsteuer. Erst recht dann, wenn du keine große PV-Anlage auf dem Dach installieren kannst.

Good to know: Die rechtlichen Hürden sind niedrig und auch die technischen Aspekte für Fachfremde sind gut zu überschauen. Bei der Installation gilt, gen Süden mit den Modulen, am besten natürlich ohne Schatten. Erlaubt ist eine Leistung von 800 Watt.

Und wenn du ganz flexibel sein willst und tagsüber selten zu Hause bist: Speicher nutzen! Last but not least, deine Anmeldung nicht vergessen. So sparst du Stromkosten und erzeugst weniger CO₂ -Emissionen. Das war leicht, oder?

Entdeck mehr Wissen für dein Zuhause.